Ditzum

Zu Ditzum

      sowie der Umgebung selbst:

Der Sielhafenort Ditzum liegt 2 km oberhalb des Dollarts an der dort zwei Kilometer breiten Unterems und gehört zur Gemeinde Jemgum. Die Ortschaft Ditzum ist staatlich anerkannter Erholungsort. Etwa 65 km² der Gemeindefläche sind Europäisches Vogelschutzgebiet.

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Das Fischerdorf Ditzum wurde im 8. Jahrhundert als ein Langwarftdorf gegründet und hat sich zum heutigen Tag den Charakter eines malerischen Siel- und Fischerdorfes erhalten. Mittelpunkt von Ditzum ist das noch funktionsfähige Sielbauwerk, heute einzigartig in Ostfriesland, und der sich trichterförmig zur Ems hin öffnende Hafen (Muhdehafen). Sielbauwerk und Hafen sind bestimmend für das gesamte Ortsbild. Bis in die 70er-Jahre gab es auch noch eine Ziegelbrennerei, die noch in den letzten Jahren ihres Bestehens Ziegelsteine im Ringofen brannte.

Ditzum hebt sich von den übrigen Warftorten des Rheiderlandes an der Ems dadurch hervor, dass der Ort direkt an der Ems liegt und einen funktionsfähigen Hafen besitzt, in dem insgesamt 7 gewerbliche Fischkutter liegen. Von hier aus steuern diese auch die Fanggründe an. Die Fischertradition hat für Ditzum eine zentrale Bedeutung.  

Ditzum hat 2007 im Niedersächsischen Landeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" einen hervorragenden vierten Platz belegt. Besonders bekannt ist die Ditzumer Mühle, die schon von Weitem gut zu sehen ist sowie der Sielhafen, in dem noch heute die Fischkutter liegen und frische Krabben an Land bringen. Ditzum hat eine lange Tradition als Fischerdorf. Noch heute sieht man eine Anzahl Fischkutter im Muhdehafen (von altfriesisch “mutha” = Mündung) liegen. Die Bültjer Werft, eine Holzbootswerft, liegt ebenfalls am Hafen.

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Im Jahr 1995 wurde Ditzum als erste Ortschaft im Landkreis Leer das Prädikat “staatlich anerkannter Erholungsort” verliehen. Dies geschah nicht zuletzt wegen des entsprechend hohen Wohn- und Freizeitwerts, der dort vorrangig ist. Begründet wurde dies durch das Dorferneuerungsprogramm des Landes Niedersachsen.

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Die ehemalige Galerieholländer-Windmühle wurde im Jahre 1769 erbaut. Nachdem sie durch eine Feuersbrunst im Jahre 1882 abbrannte, wurde sie im darauf folgenden Jahr 1883 wieder aufgebaut. Im zweiten Weltkrieg wurde sie erneut durch ein Feuer zerstört. Der Eigentümer baute die Mühle als Motormühle auf und nahm sie wieder in Gebrauch. Bereits im Jahre 1945 brannte die Mühle in Folge eines Bombenangriffs erneut, diesmal vollständig, aus.  

Im Rahmen der Dorferneuerung in Ditzum wurde die Mühle total restauriert. Sie verschönt jetzt wieder das Dorfbild und ist aus Ditzum gar nicht mehr weg zu denken. Im Jahr 2004 wurde die Mühle mit dem Einbau des zweiten Mahlganges sowie dem Anbau des noch fehlenden Maschinenschuppens vervollständigt.

Von April bis in den Oktober hinein können Sie in der “Stöberstube” der Mühle Handgemachtes der Landfrauen bestaunen und kaufen. So zählen dazu u. a. diverse Marmeladesorten, Honig, frischer Kuchen und frische Eier sowie Gebasteltes und Genähtes aus Wolle und Stoffen. Die Landfrauen haben mittlerweile auch ihr eigenes Kochbuch “Leckerste und Beste” mit Rezepten aus der Rheiderländer Küche erstellt.

Wenn der Wind genug bläst - Windstärke 3 bis 4 - wird in der Mühle auch noch an bestimmten Tagen gemahlen. Dabei erklären Ihnen die Müller, wie ihr fast schon ausgestorbenes Handwerk funktioniert. In den Sommermonaten kann die Mühle jeweils von Freitag bis Sonntag in der Zeit von 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr besichtigt werden. Belohnung ist dann auch von der Galerie aus der wunderbare Ausblick auf Ditzum, die Ems sowie das Emssperrwerk.

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Fischfang auf dem Kutter HEIKE

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Der Dollart ist eine fast 100 km² große Meeresbucht westlich der Emsmündung bei Pogum, die den über drei Kilometer breiten Dollartmund bei der Landzunge Punt van Reide (Niederlande) mit der Außenems und somit der Nordsee verbindet.

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Der deutsche Dollart (2250 ha) wurde 1980 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Seit 1996 ist er EU-Vogelschutzgebiet und seit dem Jahr 2000 gehört der deutsche Teil des Dollart zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer.

Am 26. Juni 2009 wurde das Wattenmeer vom Welterbe-Komitee zum UNESCO-Weltnaturerbe ernannt!

Der Dollart ist alljährlich Schlafplatz von vielen zehntausenden von Zugvögeln. Den spektakulärsten Anblick dabei bietet der Einflug der arktischen Wildgänse wie Blessgans, Nonnengans, Saatgans oder Graugans, die im umliegenden Grasland Nahrung suchen. Schwerpunkt ist hierbei das Rheiderland sowie die emsnahen Bereiche von Moormerland und Westoverledingen. Im Mai finden sich am Dollart Dunkelwasserläufer (Tringa erythropus) in großer Zahl. Es sind die höchsten Zahlen in ganz Niedersachsen. Auch der Regenbrachvogel (Numenius phaeopus) wird in hohen Zahlen beobachtet.

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